Roboter 2.0: vom Verblüffungsfaktor zum Arbeitskollegen 

Von faszinierenden Spielfilmen bis hin zu Robotern mit Augen, Tastsinn und künstlichem Gehirn: wie sie sich zu flexiblen, intelligenten und (fast) autonomen Werkzeugen verwandeln – und bereit sind die Arbeitsabläufe in Unternehmen zu revolutionieren 

Roboter auf der Kinoleinwand 

Roboter kennen wir – lange bevor sie tatsächlich gebaut wurden – von der großen Leinwand, wo sie nicht gerade durch Zweckmäßigkeit glänzten. 

Von der Androidin Maria in Metropolis (1927), die mehr eine Göttin aus Stahl als ein Roboter zu sein schien, bis zu den Droiden in Star Wars waren die Roboter der Kinoleinwand jahrzehntelang eher Kult-Charaktere als Geräte. 

Sie arbeiteten nicht: sie verblüfften. Sie waren Zukunftsboten, Sinnbilder einer Menschheit, die auf das Potential der Maschine sowohl mit Faszination als auch Unbehagen reagierte. 

Sicher, manche Vorhersagen trafen ins Schwarze: in 2001: Odyssee im Weltraum, hat uns HAL 9000 vor den Grenzen Künstlicher Intelligenz gewarnt. 

In Blade Runner fragten sich die Replikanten bereits, wo das Dasein als Maschine endet und das Leben mit Seele beginnt. Aber jahrelang hatten Roboter vor allem die Aufgabe, uns träumen zu lassen. Sie wurden nicht gebaut, um zu arbeiten, sondern um zu verblüffen. 

Sie waren witzig, sie waren verstörend, aber vor allem waren sie: Visionäre. Denn diese Roboter aus der Kinowelt, die gebaut wurden, „um zu erstaunen“ und nicht „um zu arbeiten“, haben uns auf die Zukunft vorbereitet. So würde es uns heute nicht mehr wundern, dass ein Droide sich selbst reparieren oder dass eine Maschine unsere Stimmung einschätzen kann. All dies gehört – endlich – nicht mehr nur der Kinowelt. 

Augen, die sehen, Hände, die greifen – Die Roboter der Gegenwart 

Heute haben sich Roboter von einfachen Komparsen zu echten Profis weiterentwickelt. 

Die Revolution begann, als sie anfingen, uns zu sehen. Im wörtlichen Sinne. 

Die neuen Generationen von „Roboteraugen“ sind in der Lage, die Tiefe millimetergenau zu bestimmen. 

Und nicht nur im Ruhezustand: Auch in Bewegung, in der Sonne oder in einer chaotischen Fabrik können sich Roboter dank dieser Sensoren ein perfekt dreidimensionales Bild von ihrer Umgebung konstruieren. 

Aber der eigentliche Qualitätssprung ist heute ein anderer: Roboter lernen nicht nur Bewegungen, sie lernen Konzepte. Dank lernfähiger Systeme, die Sehen, Fühlen und Sprache kombinieren, können Roboter einen unreifen von einem reifen Apfel unterscheiden oder verstehen, wie man eine Blisterverpackung für Medikamente öffnet. 

Kleine Dinge, gewiss, aber ein enormer Erfolg für eine Maschine. 

So wie ein heutiger Roboter nicht nur effizient ist, sondern auch gut erzogen. 

Die neuen Navigationssysteme sind dafür ausgelegt, die Bewegung von Personen vorherzusehen und einen Schritt zurückzutreten, anstatt rücksichtslos voranzuschreiten. 

Keine Unfälle mehr im Supermarkt: Der Roboter stoppt, weicht aus und lässt die Leute mit einer fast menschlichen Freundlichkeit vorbei. 

Die Roboter der Zukunft 

Die Zukunft der Roboter inspiriert sich immer stärker an der Natur. Nicht mehr nur starre Arme, sondern flexible Strukturen, ähnlich den Tentakeln der Tintenfische oder den Rüsseln der Elefanten. 

Diese „geschmeidigen Roboter“ können sich beugen, zusammenrollen, in enge Bereiche eintreten und behutsame Gesten ausführen, wie zum Beispiel eine Erdbeere greifen, ohne sie zu zerquetschen, oder im Inneren des menschlichen Körpers präzise operieren. 

Und wenn diese „geschmeidige“ Beschaffenheit sie angreifbar macht, dann reparieren sie sich von allein. Neue selbstregenerierende Materialien verleihen den Robotern eine typische Fähigkeit lebender Organismen: die Selbstheilung. Kleine Schäden wie Risse oder Brüche werden dank interner chemischer Reaktionen automatisch repariert. Man stelle sich künftige Roboter vor, die sich nach einem Sturz reparieren, oder selbstreparierende Reifen, die nicht mehr platzen. 

Und dann gibt es die Interaktion mit dem Menschen. 

Dank neuer Software lassen sich Roboter nicht mehr nur mit komplizierten Codes, sondern mit Worten, Bildern und Gesten steuern. 

Bei der Programmierung spricht man mit ihnen, zeigt ihnen ein Objekt oder führt eine Aktion aus: der Roboter beobachtet, lernt und setzt um. Die Maschine wird so zu einer wirklichen „Freundin“, die bereit ist, mit uns – nicht an unserer Stelle – zu arbeiten. 

Roboter, die sich nicht zu fein sind, zu arbeiten 

Das Schöne an der Robotik ist, dass sie an einem gewissen Punkt von ihrem Podest herabsteigt und sich wortwörtlich die Hände schmutzig macht. Nach jahrzehntelangen Einsätzen im Kino, für Versuchszwecke und als Prototyp kommen Roboter heute mit einer präzisen Aufgabe in ein Unternehmen: die Arbeit effizienter, sicherer und in einigen Fällen menschlicher zu machen. 

In Fabriken unterstützen sie die Arbeiter mit präzisen und behutsamen Bewegungen bei der Handhabung empfindlicher Komponenten oder übernehmen repetitive Aufgaben. 

In Lagern greifen und sortieren sie Objekte, deren Form, Gewicht und Position sie dank modernster Sensoren erkennen. 

In Labors unterstützen sie Techniker und Forscher mit flexiblen Bewegungen und selbstregenerierenden Werkzeugen. Das Schöne daran ist, dass die neuen Roboter keine isolierten Maschinen mehr sind, sondern Kollegen, die den verfügbaren Raum einschätzen, auf Änderungen reagieren und sogar die Bedürfnisse der Arbeitsumgebung voraussehen können. 

Es geht nicht mehr darum zu ersetzen, sondern zu ergänzen: Die moderne Robotik bereichert die Unternehmen, da sie Fehler reduziert, die Produktivität erhöht und menschliche Energien für kreativere und weniger repetitive Aufgaben freisetzt. 

Schritt für Schritt verwandelt sich so das, was einst im Kino für Staunen sorgte, in eine tägliche stille Revolution. 

Ja: Roboter wurden entwickelt, um uns in Staunen zu versetzen. Doch mehr als alles andere sind sie bereit zu arbeiten – und tun es bereits. 

Aber neue Möglichkeiten führen auch zu neuen Herausforderungen: Wie kann man gewährleisten, dass ein autonomer Roboter unter Menschen keine Gefährdung darstellt? 

Zu Beginn machten sie uns Angst, da sie die große Neuheit waren. Dann haben wir gelernt, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Aber in der heutigen Welt, in der Roboter immer autonomer werden, besteht die wahre Herausforderung darin zu verstehen, wo die Grenze zwischen Mensch und Maschine zu ziehen ist – um zu vermeiden, dass wir die Kontrolle über die Technologie verlieren. 

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