Schweiz und EU: grünes Licht für die Teilnahme an Horizon Europe und wichtigen Innovationsprogrammen 

Am 10. November 2025 haben Bern und Bruxelles das Abkommen unterzeichnet, das der Schweiz die vollumfängliche Teilnahme an Horizon Europe, dem größten europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm, ermöglicht.  

Damit können Schweizer Forschende und Unternehmen ab sofort wieder Koordinationsrollen übernehmen, internationale Konsortien leiten und gleichberechtigt zu den Mitgliedsstaaten EU-Fördermittel beziehen. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht von einem „großen Tag für die Wissenschaft und für die Partnerschaft zwischen der EU und der Schweiz“ und betont auf X, wie das Abkommen „zwei Forschungsmächte“ verbindet, die für die Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents arbeiten. 

Ein umfangreiches Kooperationspaket 

Das Abkommen über Horizon Europe ist Teil eines umfassenden Verhandlungspakets, das zwischen März und Dezember 2024 in Angriff genommen wurde, um die bilaterale Zusammenarbeit zwischen der EU und der Schweiz zu erneuern und auszubauen.  

Zusätzlich zum Forschungsrahmenprogramm erhält Bern Zugang zu: 

  • Digital Europe, das sich der digitalen Transformation und der Entwicklung fortschrittlicher Technologien wie KI, Cybersicherheit und der europäischen Cloud widmet; 
  • Euratom Research and Training, für Forschung zu nuklearer Sicherheit, Strahlenschutz und fortschrittlichen Technologien zur Kernspaltung. 

Das Abkommen gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2025 und garantiert die Kontinuität und den sofortigen Betrieb der Schweizer Forschungszentren. 

Ein Innovationsschub für die Schweizer Industrie 

Für den Industriesektor, der besonders in den Bereichen Robotik, fortschrittliche Werkstoffe, Life Science und Digitales aktiv ist, eröffnet der direkte Zugang zu EU-Mitteln neue Möglichkeiten für Zusammenarbeit, gemeinsame Testbeds und grenzüberschreitende Partnerschaften.  

Schweizer Unternehmen werden an vorderster Front an strategischen europäischen Partnerschaften teilnehmen können, die sich unter anderem auf Wasserstoff, nachhaltige Mobilität, Quantentechnologien und intelligente Fertigung konzentrieren. 

Dies ist auch ein bedeutender Schritt für das Schweizer Deep-Tech-Startup-Ökosystem, das in den letzten Jahren eine zentrale Rolle bei neuen Technologien eingenommen, Investitionen angezogen und Kooperationen mit europäischen Universitäten und Wissenschaftszentren gefestigt hat. 

Energie, Bildung und Gesundheit: die weiteren Bestandteile des Abkommens 

Die offizielle Unterzeichnung ist nur eines der Elemente der Wiederannäherung zwischen Bern und Brüssel.  

Die Partner haben Folgendes bestätigt: 

  • Der Beitritt der Schweiz zu Fusion for Energy ab 2026, der es Schweizer Institutionen und Unternehmen ermöglichen wird, direkt zu ITER, dem führenden internationalen Projekt zur Energiegewinnung aus Kernfusion, beizutragen. 
  • Die Mitgliedschaft im Erasmus+-Programm ab 2027, mit einer formellen Rückkehr von Schweizer Studierenden, Forschenden und Lehrenden in das europäische akademische Mobilitätsnetzwerk. 
  • Durch die zukünftige Teilnahme an EU4Health – nach Fertigstellung des Abkommens über die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen – kann sich die Schweiz an europäischen Initiativen zur Resilienz von Gesundheitssystemen und Notfallvorsorge beteiligen. 

Ein starkes Signal für die europäische Wettbewerbsfähigkeit 

Die Einbindung der Schweiz in Horizon Europe und weitere Förderprogramme stellt eine spürbare Stärkung des europäischen Forschungsraums dar in einem globalen Kontext, der durch wachsende Investitionen in Künstliche Intelligenz, Energietechnologien und Lebenswissenschaften gekennzeichnet ist.  

Die EU betont, dass diese erneute Zusammenarbeit Europas Rolle als „Zentrum für Innovationen mit globaler Strahlkraft“ festigt. 

Für die Schweiz bedeutet dies eine vollständige Rückkehr zum europäischen Forschungsökosystem nach Jahren der Einschränkungen und partieller Teilnahme.  

Für Europa ist dies ein strategischer Schritt hin zu einem integrierteren, wettbewerbsfähigeren Wissenschafts- und Technologiezentrum, das globale Herausforderungen bewältigen kann. 

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